• Link zu Facebook
  • Link zu LinkedIn
  • English English Englisch en
  • Deutsch Deutsch Deutsch de
Telefon +49 202 37155 0
go4community
  • Startseite
  • Case Management Lotsendienste
  • go4cognition
  • Quartiersmanagement
  • Blog
  • Kontakt
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü

Kognitive Reserve gegen pathologische Hirnalterung

1. Juni 2024/in Bewegung und Kognition/von Stefan Orth

Nachdem wir uns im ersten Blogeintrag die Neurogenese angeschaut haben, geht es jetzt um die Gehirn- und kognitive Reserve.

Die Reserve macht den Unterschied zwischen physiologischer und pathologischer Hirnalterung aus

Einer der entscheidenden Unterschiede zwischen physiologischer (normaler) und pathologischer (krankhafter) Hirnalterung betrifft die kognitiven Reserven und die Gehirnreserven. Solange der Abbau von Neuronen während einer normalen Hirnalterung noch durch andere Neuronen kompensiert werden kann, spricht man von „normaler“ Alterung. Aber sobald die Schwelle überschritten wird, wird es kritisch, das Gehirn baut dann pathologisch ab. Hier sind die Reserven also sehr wichtig!

Während die Gehirnreserve dabei eher ein passives Reservemodell ist (Wie viele Neuronen kann man verlieren bzw. kompensieren, bis die kritische Schwelle erreicht ist?) ist die kognitive Reserve ein aktives Modell. Sie hängt von genetischen und äußeren Faktoren wie körperliche Aktivität, kognitiver Aktivität, soziale Interaktion, Geschlecht, Körpergewicht, Schlafdauer, Ernährung sowie Angst bzw. Stress ab und bestimmt, wie effizient das System die Gehirnreserve anzapfen kann.

 

Wie entsteht die kognitive Reserve?

Während mit der körperlichen Aktivität die Neurogenese und damit die Gehirnreserve gefördert wird, ist für den Ausbau der kognitiven Reserve auch die kognitive Stimulation und die soziale Interaktion wichtig.

Kurz gesagt: Die neuen Neuronen, die man sich durch Bewegung angelegt hat, müssen jetzt auch noch „verschaltet“ werden.

Unter kognitiver Stimulation versteht man Aktivitäten, die das Gehirn herausfordern, wie Lesen, Schreiben, kognitive Spiele oder das Erlernen neuer Fähigkeiten. Eine Übersichtsarbeit von Yates et al. ergab, dass die Beteiligung an geistig anregenden Aktivitäten mit einem geringeren Risiko für kognitiven Abbau und Demenz verbunden ist. Ältere Erwachsene, die geistig anregende Aktivitäten ausüben, zeigen ein größeres Volumen an grauer Substanz in Gehirnregionen, die für das Gedächtnis und kognitive Funktionen wichtig sind, und ein aktiver kognitiver Lebensstil wird mit einem günstigeren kognitiven Verlauf bei älteren Menschen in Verbindung gebracht. Freizeitaktivitäten wie Lesen, Spielen von Brettspielen oder Musinstrumenten und Tanzen wurden mit einem geringeren Demenzrisiko bei Personen über 75 Jahren in Verbindung gebracht. Das Erlernen neuer Fähigkeiten wie Jonglieren wurde mit Veränderungen in der Gehirnstruktur und -funktion in Verbindung gebracht, einschließlich einer Zunahme des Volumens der grauen Substanz in den visuellen und motorischen Bereichen des Gehirns.

 

Soziale Interaktion und Teilhabe ist auch sehr wichtig für die kognitive Reserve

Auch soziale Interaktion mit anderen und die Teilnahme an sozialen Aktivitäten wirken sich auf die kognitive Reserve aus, indem sie die Kognition und emotionale Stimulation fördern. Ältere Erwachsene, die sich sozial engagieren, z. B. ehrenamtlich arbeiten oder an Gemeinschaftsveranstaltungen teilnehmen, haben ein geringeres Risiko für kognitiven Abbau als diejenigen, die sich nicht an solchen Aktivitäten beteiligen. Im Gegensatz dazu steht soziale Isolation für ein höheres Demenzrisiko bei älteren Erwachsenen. So haben Holwerda et al. in einer Studie über 2000 ältere Erwachsene über einen Zeitraum von bis zu 7 Jahren beobachtet, und es zeigte sich, dass sozial isolierte Personen ein um 60 % höheres Risiko hatten, an Demenz zu erkranken, als Personen mit sozialer Unterstützung.

 

Training für die kognitive Reserve

Interventionen mit einer Kombination aus körperlichem und kognitivem Training erscheinen besonders sinnvoll, um eine Verbesserung der Kognition zu erzielen und die allgemeine Gesundheit zu steigern. In einer Meta-Analyse haben Gavelin et al. bei älteren Erwachsenen (kognitiv gesund oder leichte kognitive Beeinträchtigung) untersucht, welche Vorgehensweise dabei am wirkungsvollsten ist:

simultan (gleichzeitig), sequenziell (nacheinander) oder Exergaming (Computerspiele, bei denen man sich bewegen muss).

Das wurde mit einer inaktiven Kontrollgruppe verglichen und zeigte folgendes Ergebnis:

Für die Kognition war die wirksamste Vorgehensweise das gleichzeitige Training, gefolgt von sequenziellen Kombinationen und kognitivem Training allein, und signifikant besser als nur körperliche Übungen (Gavelin et al. 2021).

Bei den körperlichen Ergebnissen zeigten simultanes und sequenzielles Training eine vergleichbare Wirksamkeit wie körperliches Training allein und übertrafen signifikant alle anderen Kontrollbedingungen.

Exergaming schnitt bei beiden Outcomes schlecht ab.

 

Ähnliche Ergebnisse erzielten sowohl Xue et al. als auch Meng et al. in ihren Übersichtsarbeiten. Xue et al. kam zu dem Ergebnis, dass kombinierte Interventionen im Vergleich zu kognitiven Interventionen bei Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung und Demenz einen Vorteil gegenüber Einzelübungen haben. Meng et al. fand für ältere Erwachsene mit MCI in Hinsicht der Kognition eine begrenzte Überlegenheit einer kombinierten Intervention gegenüber alleinigen kognitiven Interventionen oder alleinigen körperlichen Übungen.

 
 
 

Quellen:

Draganski, Bogdan; Gaser, Christian; Busch, Volker; Schuierer, Gerhard; Bogdahn, Ulrich; May, Arne (2004): Neuroplasticity: changes in grey matter induced by training. In: Nature 427 (6972), S. 311–312. DOI: 10.1038/427311a.

Gavelin, Hanna Malmberg; Dong, Christopher; Minkov, Ruth; Bahar-Fuchs, Alex; Ellis, Kathryn A.; Lautenschlager, Nicola T. et al. (2021): Combined physical and cognitive training for older adults with and without cognitive impairment: A systematic review and network meta-analysis of randomized controlled trials. In: Ageing research reviews 66, S. 101232. DOI: 10.1016/j.arr.2020.101232.

Holwerda, Tjalling Jan; Deeg, Dorly J. H.; Beekman, Aartjan T. F.; van Tilburg, Theo G.; Stek, Max L.; Jonker, Cees; Schoevers, Robert A. (2014): Feelings of loneliness, but not social isolation, predict dementia onset: results from the Amsterdam Study of the Elderly (AMSTEL). In: Journal of neurology, neurosurgery, and psychiatry 85 (2), S. 135–142. DOI: 10.1136/jnnp-2012-302755.

Marioni, Riccardo E.; Valenzuela, Michael J.; van den Hout, Ardo; Brayne, Carol; Matthews, Fiona E. (2012): Active cognitive lifestyle is associated with positive cognitive health transitions and compression of morbidity from age sixty-five. In: PloS one 7 (12), e50940. DOI: 10.1371/journal.pone.0050940.

Marzola, Patrícia; Melzer, Thayza; Pavesi, Eloisa; Gil-Mohapel, Joana; Brocardo, Patricia S. (2023): Exploring the Role of Neuroplasticity in Development, Aging, and Neurodegeneration. In: Brain sciences 13 (12). DOI: 10.3390/brainsci13121610.

McQuail, Joseph A.; Dunn, Amy R.; Stern, Yaakov; Barnes, Carol A.; Kempermann, Gerd; Rapp, Peter R. et al. (2020): Cognitive Reserve in Model Systems for Mechanistic Discovery: The Importance of Longitudinal Studies. In: Frontiers in aging neuroscience 12, S. 607685. DOI: 10.3389/fnagi.2020.607685.

Meng, Qiuyan; Yin, Huiru; Wang, Shuo; Shang, Binghan; Meng, Xiangfei; Yan, Mingli et al. (2022): The effect of combined cognitive intervention and physical exercise on cognitive function in older adults with mild cognitive impairment: a meta-analysis of randomized controlled trials. In: Aging clinical and experimental research 34 (2), S. 261–276. DOI: 10.1007/s40520-021-01877-0.

Morrison, John H.; Baxter, Mark G. (2012): The ageing cortical synapse: hallmarks and implications for cognitive decline. In: Nature reviews. Neuroscience 13 (4), S. 240–250. DOI: 10.1038/nrn3200.

Stern, Yaakov (2012): Cognitive reserve in ageing and Alzheimer’s disease. In: Lancet neurology 11 (11), S. 1006–1012. DOI: 10.1016/S1474-4422(12)70191-6.

Xue, Dandan; Li, Polly W. C.; Yu, Doris S. F.; Lin, Rose S. Y. (2023): Combined exercise and cognitive interventions for adults with mild cognitive impairment and dementia: A systematic review and network meta-analysis. In: International journal of nursing studies 147, S. 104592. DOI: 10.1016/j.ijnurstu.2023.104592.

Yates, Lauren A.; Ziser, Shier; Spector, Aimee; Orrell, Martin (2016): Cognitive leisure activities and future risk of cognitive impairment and dementia: systematic review and meta-analysis. In: International psychogeriatrics 28 (11), S. 1791–1806. DOI: 10.1017/S1041610216001137.

Yau, Suk-yu; Gil-Mohapel, Joana; Christie, Brian R.; So, Kwok-fai (2014): Physical exercise-induced adult neurogenesis: a good strategy to prevent cognitive decline in neurodegenerative diseases? In: BioMed research international 2014, S. 403120. DOI: 10.1155/2014/403120.

Eintrag teilen
  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf X
  • Teilen auf WhatsApp
  • Teilen auf LinkedIn
  • Per E-Mail teilen
https://www.go4community.de/wp-content/uploads/2024/04/cognitive-reserve-klein.jpg 483 845 Stefan Orth https://www.go4community.de/wp-content/uploads/2024/04/logo_go4community.jpg Stefan Orth2024-06-01 14:34:162024-06-01 15:01:29Kognitive Reserve gegen pathologische Hirnalterung

Navigation

  • Training
  • Spiele
  • System
  • Forschungsprojekt
  • Blog
  • Kontakt

Seiteninformation

  • AGB
  • Datenschutzerklärung
  • Impressum

Support

Support mit AnyDesk

Hotline: +49 202 37155 444
(Montag bis Freitag, 08:00-17:00 Uhr)

© Copyright - Ontaris GmbH & Co. KG
  • AGB
  • Datenschutzerklärung
  • Impressum
Link to: Bewegung lässt das Gehirn wachsen, auch im Alter! Link to: Bewegung lässt das Gehirn wachsen, auch im Alter! Bewegung lässt das Gehirn wachsen, auch im Alter!Link to: Muskeln sind im Alter entscheidend für Kraft, Mobilität, Stabilität und Selbstständigkeit Link to: Muskeln sind im Alter entscheidend für Kraft, Mobilität, Stabilität und Selbstständigkeit Muskeln sind im Alter entscheidend für Kraft, Mobilität, Stabilität und ...
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen

Diese Website benutzt Cookies. Ohne Ihr Einverständnis können Sie einige Funktionen auf der Website nicht nutzen.

Allen zustimmenEinstellungenAblehnenMehr Informationen

Cookie- und Datenschutzeinstellungen



Wie wir Cookies verwenden

Wir können Cookies anfordern, die auf Ihrem Gerät eingestellt werden. Wir verwenden Cookies, um uns mitzuteilen, wenn Sie unsere Websites besuchen, wie Sie mit uns interagieren, Ihre Nutzererfahrung verbessern und Ihre Beziehung zu unserer Website anpassen.

Klicken Sie auf die verschiedenen Kategorienüberschriften, um mehr zu erfahren. Sie können auch einige Ihrer Einstellungen ändern. Beachten Sie, dass das Blockieren einiger Arten von Cookies Auswirkungen auf Ihre Erfahrung auf unseren Websites und auf die Dienste haben kann, die wir anbieten können.

Notwendige Website Cookies

Diese Cookies sind unbedingt erforderlich, um Ihnen die auf unserer Webseite verfügbaren Dienste und Funktionen zur Verfügung zu stellen.

Da diese Cookies für die auf unserer Webseite verfügbaren Dienste und Funktionen unbedingt erforderlich sind, hat die Ablehnung Auswirkungen auf die Funktionsweise unserer Webseite. Sie können Cookies jederzeit blockieren oder löschen, indem Sie Ihre Browsereinstellungen ändern und das Blockieren aller Cookies auf dieser Webseite erzwingen. Sie werden jedoch immer aufgefordert, Cookies zu akzeptieren / abzulehnen, wenn Sie unsere Website erneut besuchen.

Wir respektieren es voll und ganz, wenn Sie Cookies ablehnen möchten. Um zu vermeiden, dass Sie immer wieder nach Cookies gefragt werden, erlauben Sie uns bitte, einen Cookie für Ihre Einstellungen zu speichern. Sie können sich jederzeit abmelden oder andere Cookies zulassen, um unsere Dienste vollumfänglich nutzen zu können. Wenn Sie Cookies ablehnen, werden alle gesetzten Cookies auf unserer Domain entfernt.

Wir stellen Ihnen eine Liste der von Ihrem Computer auf unserer Domain gespeicherten Cookies zur Verfügung. Aus Sicherheitsgründen können wie Ihnen keine Cookies anzeigen, die von anderen Domains gespeichert werden. Diese können Sie in den Sicherheitseinstellungen Ihres Browsers einsehen.

Google Analytics Cookies

Diese Cookies sammeln Informationen, die entweder in zusammengefasster Form verwendet werden, um uns dabei zu helfen, zu verstehen, wie unsere Website genutzt wird oder wie effektiv unsere Marketingkampagnen sind, oder um uns dabei zu helfen, unsere Website und Anwendung für Sie anzupassen, um Ihre Erfahrung zu verbessern.

Wenn Sie nicht möchten, dass wir Ihren Besuch auf unserer Website verfolgen, können Sie das Tracking in Ihrem Browser hier deaktivieren:

Andere externe Dienste

Wir nutzen auch verschiedene externe Dienste wie Google Maps und externe Videoanbieter. Da diese Anbieter möglicherweise personenbezogene Daten von Ihnen speichern, können Sie diese hier deaktivieren. Bitte beachten Sie, dass eine Deaktivierung dieser Cookies die Funktionalität und das Aussehen unserer Webseite erheblich beeinträchtigen kann. Die Änderungen werden nach einem Neuladen der Seite wirksam.

Google Map Settings:

Vimeo and Youtube video embeds:

Weitere Dienste

Folgende Dienste nutzen ebenfalls Cookies:

Datenschutzrichtlinie

Sie können unsere Cookies und Datenschutzeinstellungen im Detail in unseren Datenschutzrichtlinie nachlesen.

Datenschutzerklärung
Allen zustimmenEinstellungen speichernAlle ablehnen
  • Deutsch